Rückblick auf das Jahr 2017

Januar bis April

Von Anja Vollmar
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Schuluniformen und Schulmaterial

Januar:

Im Januar waren wir, mein Mann Thomas Vollmar und ich, wieder vor Ort und haben geholfen, Schuluniformen und Schulmaterialien zu verteilen. Grundsätzlich gibt es nicht immer einen kompletten Satz Schuluniform für jedes Kind, sondern was noch gut erhalten ist, kann noch weiter genutzt werden. Bei manchen Sachen wie z.B. bei diesen Schulschuhen musste man jedoch über einen Austausch nicht lange nachdenken …

Insgesamt haben wir Schuluniformen und Schulmaterial im Wert von € 6.500,00 verteilt.

Auch Ronald H. wurde von uns unterstützt. Er macht eine Ausbildung zum Automechaniker beim Mechanical Training Institute in Otjiwarongo. Für das dritte Level brauchte er N$ 9.245,00. Seine Mutter hat mit Mühe schon N$ 5.000,00 zusammen gespart und fragte um Hilfe für die restlichen N$ 4.245,00. Da Ronald seine Ausbildung sehr gut macht und die ersten zwei Level sehr erfolgreich abgeschlossen hat, waren wir gerne bereit, ihm den Rest zu finanzieren. Er war sehr erleichtert und dankbar!

Februar:

Enrico V., ein sehr guter Schüler mit einem tollen Abschluss der Klasse 12, erhält N$ 1.600,00 für die Registrierung bei der University of Namibia.

März:

Im März bat uns Maria von Child Protection (Ministry of Gender) um Hilfe für ein Mädchen. Maria arbeitet bei der Polizei und kümmert sich um hungernde, misshandelte und vergewaltigte Kinder.

Die Eltern des Mädchens sind Alkoholiker. So muss sie sich alleine um ihre 4 kleineren Geschwister kümmern. Eigentlich müsste sie sofort da raus geholt werden, doch im Moment haben wir leider keine andere Unterkunft für sie. Vielleicht ergibt sich im Laufe des Jahres die Möglichkeit auf einen Hostelplatz. Sie schläft, wie ihre anderen Geschwister auch, auf der Erde. Bis wir eine bessere Unterkunft für sie gefunden haben, erhält sie vorerst Lebensmittel, Hygieneartikel, Sachen für die Schule und 2 Matratzen.

April:

Da so viele bedürftige und gefährdete Kinder/Familien zu Petra ins Büro kommen, beschließen wir Mitte April unser Notversorgungs-Porridge-Programm von 35 Familien auf 50 Familien zu erweitern. Das klingt erst mal nicht so viel, bedeutet aber einen monatlichen Betrag von € 610,00 und somit im Jahr von € 7.320,00.

Zu diesem Programm gehörte auch Lefa H. mit ihren 3 Kindern. Das jüngste ist 5 Jahre alt und wog gerade mal 9,5kg! Petra machte sich große Sorgen, dass es den kalten Winter nicht überstehen würde (im Juni/Juli ist Winter in Namibia und die Temperaturen sinken nachts unter 0 Grad. Da die kleine Familie nur in einem Blechhäuschen mit Lehmboden wohnt, ist die Sorge begründet). Lefa hatte für ihre Kinder morgens eine trockene Toastscheibe und Tee (leider ohne Zucker, das wären wenigstens ein paar Kalorien) und am Tag ein Schälchen Porridge/Maisbrei. Damit alle mal zu Kräften kommen, haben wir sie aus dem Notversorgungs-Porridge-Programm raus und in das Lebensmittelprogramm rein genommen.