Berichte 2015:

August

Von Anja Vollmar

Im August geht es Maria, einem Mädchen vom ehemaligen Joy-Center, sehr schlecht. Sie hatte Magen-Darm-Probleme, konnte deshalb ihre Medikamente gegen AIDS nicht bei sich behalten und ist mit einem schweren Ausbruch der Infektionskrankeit ins Krankenhaus gekommen. Es sah nicht gut aus und wir wussten nicht, ob sie es überlebt. Doch nach ein paar Tagen ging es ihr etwas besser und ich habe Petra gebeten, Aufbaunahrung in der Apotheke für Maria zu besorgen, sie war ja nur noch Haut und Knochen.

Leider geht der Gesundheitszustand bei Maria immer auf und ab. Sie war noch mehrere Male im Krankenhaus, aber wir geben die Hoffnung nicht auf...

Auch für Maria, die Mutter von Lorenzia und Mischa (unsere Milch-Mäuse im letzten Jahr) gibt es immer wieder Probleme. Im Februar fand sie eine Arbeit, damit sie auch etwas zu ihrem Lebensunterhalt beisteuern konnte, ließ die Kinder tagsüber bei ihrer alkoholkranken Mutter, die dann auch leider den Kindern anstatt der Milchflasche die Schnapsflasche gab. Mischa hatte nicht so viel getrunken und konnte nach ein paar Tagen das Krankenhaus wieder verlassen, aber bei der kleinen TB-kranken Lorenzia sah es schlecht aus. Sie hatte eine Alkoholvergiftung und eine verätzte Speiseröhre. Aber auch sie kämpfte sich ins Leben zurück. Daraufhin ging Maria mit den zwei Kleinen erstmal auf eine Farm im Norden. Doch auch dort konnte sie wegen der Dürre nicht gut für die Kinder sorgen und ist im Juli wieder nach Otjiwarongo zurückgekehrt. Dort haben wir sie getroffen und weil sie bei der Tante, die einen behinderten 10 jährigen Sohn hat, wohnen konnte, haben wir sie wieder unterstützt. Die Tante passte auch auf die Mädchen auf während Maria wieder eine Arbeitsstelle hatte. Dafür hat sie und ihr Sohn auch eine Unterstützung vom Verein bekommen. So war es wirklich prima, bis eine Schwester der Tante mit ihren Kindern von Swakopmund nach Otjiwarongo zog und Maria mit Lorenzia und Mischa leider nicht weiter in der Hütte Platz hatten. So musste Maria wieder zurück zu ihrer alkoholkranken Mutter ziehen.

Keine gute Lösung, aber eine andere ist leider nicht in Sicht. Petra sucht für die Mädchen einen guten Kindergartenplatz, damit sie wenigstens tagsüber gut versorgt sind. Ein guter Kindergartenplatz ist aber nicht günstig und so übernimmt erstmal unser Verein die Kosten. Zu allem Übel war jetzt auch Maria wegen der ausgebrochenen Infektion AIDS im Krankenhaus. Auch sie ist sehr schwach...

Wir werden sehen, was das Jahr 2016 für die drei bringt...